Übungsdienst beim LZ Dierath

geschrieben von Stefan Mines, Löschzug Dierath

BurscheidAnfang März konnten Passanten auf dem Schulhof in Dierath einen besonderen Anblick bestaunen. Der Löschzug Dierath hatte für seine monatlich stattfindende Sonntags-Übung beeindruckende Unterstützung durch die Fachgruppe Information und Kommunikation („IuK“) des Rheinisch-Bergischen Kreises, die mit ihren Sonderfahrzeugen auf dem Schulhof in Stellung gegangen ist.

Das Thema der Übung war „Funk“, hier wurde im Speziellen der Umgang mit den für viele noch ungewohnten Digitalfunkgeräten geübt, damit auch diese Technik im Einsatzfall sicher bedient werden und effizient genutzt werden kann. Auch die Regeln und Vorschriften, die im Sprechfunkverkehr zu beachten sind, wurden wiederholt. Durch das regelmäßige Üben der Verwendung der Funkgeräte wird sichergestellt, dass diese wichtige Kommunikationstechnik im Einsatzfall auch unter schwierigsten Bedingungen (hier sei als Beispiel ein Brandeinsatz genannt, bei dem Feuerwehrangehörige mit Atemschutz in brennende Gebäude vorgehen und nur noch über das mitgeführte Funkgerät Verbindung zu den anderen Feuerwehrkräften außerhalb des Gebäudes aufnehmen können) sicher genutzt werden kann. Noch wichtiger sind hierbei aber die Kenntnisse darüber, welche Möglichkeiten bestehen, wenn – um bei dem Beispiel zu bleiben – die Funkverbindung zu den Einsatzkräften im brennenden Gebäude abreißt, denn auch für diesen Fall gibt es „vorgeplante“ Maßnahmen.

Bei den Fahrzeugen der Fachgruppe IuK handelt es sich um sogenannte Einsatzleitwagen („ELW“) in verschiedenen Kategorien bzw. Größenordnungen. Den neugierigen Blicken der Passanten konnte sich die „Wagenburg“, die allein aufgrund der Größe und vor allem der Kennzeichnung sehr auffällig ist, nicht mehr entziehen. So konnten im einzelnen zwei Fahrzeuge der Kategorie ELW 1 und vor allem auch der „große“ in der Runde, der ELW 2 des Rheinisch-Bergischen Kreises bestaunt werden.

Die Fahrzeuge vom Typ ELW 1 dienen in erster Linie zur Führung und Leitung einzelner Einsatzabschnitte (Einsatzstellen werden regelmäßig unter einsatztaktischen Gesichtspunkten in verschiedene Abschnitte unterteilt) oder als Führungsmittel eines einzeln agierenden Löschzugs eingesetzt. Ausgestattet mit zwei Funkarbeitsplätzen bietet er außerdem Platz für Besprechungen von kleineren Führungsteams.

Der ELW 2 mit dem wohlklingenden Funkrufnamen „Florian Berga ELW 2 – 1“ kommt zum Einsatz, wenn für die Bewältigung einer größeren oder absehbar länger dauernden Einsatzsituation die Einsatzleitung personell verstärkt werden muss oder wenn spezielle Kommunikationstechnik erforderlich ist. Der ELW 2 ist neben der „normalen“ Funktechnik auch mit einer Telefonanlage mit mehreren Endgeräten ausgestattet, die über das Mobilfunknetz mit dem öffentlichen Telefonnetz verbunden ist. Ein Teil dieser Telefonanlage ist auch ein Fax-Gerät. Ergänzt wird die Telekommunikations-Ausstattung durch eine leistungsfähige mobile Internet-Verbindung, und auch eine Satelliten-Empfangseinrichtung für das TV-Programm ist mit an Bord. Diese wird mitunter benötigt, um sich auch aus der Medienberichterstattung (Nachrichtensender etc.) weitere Informationen wie Luftbilder zur Planung der Einsatzmaßnahmen heranzuziehen. Seit neuestem verfügt der ELW 2 auch über eine Starlink-Anbindung.

Der Aufbau des ELW 2 ist unterteilt in einen Arbeits-/Funkraum und einen Besprechungsraum. Der Funkraum verfügt über drei komplett ausgestattete Funkarbeitsplätze mit Zugriff auf die Einsatzleitsoftware. Im Besprechungsraum befindet sich ein weitere PC-Arbeitsplatz sowie ein Besprechungstisch, von dem aus die Medientechnik (Lagebild der Einsatzstellen, Fernsehprogramm, Wetterdaten, Einsatzleitsoftware etc.) bedient und gesichtet werden können. Alle Wände des Besprechungsraumes sind magnet-haftend und abwischbar, können so also auch als großes Whiteboard genutzt und beschrieben werden.

Mit Hilfe dieser leistungsstarken Unterstützung und der umfangreichen technischen Ausstattung konnte die Funkübung mit vollem Elan angegangen werden. Nach einer kurzen Unterweisung folge zur Einstimmung eine Runde „Schiffe versenken“ – natürlich unter Nutzung der Funk-Technik. Später wurde mit viel Spaß eine leicht abgewandelte und ergänzte Version des beliebten Brettspiels „Scotland Yard“ genutzt, um die Verwendung von verschiedenen Rufgruppen, Buchstabiertafeln und der Regeln und Vorgaben im Funkverkehr der Feuerwehr zu schulen und zu wiederholen. Die Zeit verging wie im Fluge, und so wurde der üblicherweise 1,5 bis 2 Stunden umfassende Übungsdienst letztlich knappe 4 Stunden lang. Trotz der Überziehung hatten alle Beteiligten sicht- und hörbar Spaß an der funkunterstützen „Jagd nach Mr. X“.

Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle nochmal an die Kameraden der Fachgruppe IuK, die außerhalb ihrer normalen Übungsdienste zur Unterstützung mit den Sonderfahrzeugen den langen Weg von Kürten nach Dierath auf sich genommen und so einen Teil des Sonntags für die Übung des LZ Dierath zur Verfügung gestellt haben.

 

 

 


Hinweis für Medienvertreter:

Die nachfolgend gezeigten Bilder dienen nur zur veranschaulichung unserer Arbeit und sind nicht für kommerzielle Zwecke freigegeben!

Medienvertreter wenden sich bitte an presse@feuerwehr-burscheid.de

 

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